Fütterung nierenkranker Katzen


Katzen sind Carnivoren, das heißt, von Natur aus reine Fleischfresser.
Nur das können sie richtig gut verdauen.

Fleisch ist Protein.
Protein ist nicht “schlecht”, im Gegenteil! Zu wenig Protein in der Nahrung wird Muskel- und Gewebsabbau verursachen und das Tier immer schwächer machen.

 

Protein ist auch nicht der Stoff, der die Nieren kaputt macht!

Protein verursacht aber die Symptome einer CNI (durch die Erhöhung des Harnstoffs).
Je nach Schwere der Krankheit wird man mehr oder weniger Protein reduzieren müssen, aber KEINESFALLS darf man alles Protein vermeiden.

Die Nahrung (unsere, aber auch die von Hunden und Katzen) besteht aus 3 Komponenten: Protein, Fett und Kohlehydraten.
Alles drei wird gebraucht.

Aber  Katzen brauchen lebensnotwendig und hauptsächlich Protein.

Kohlehydrate spielen bei Katzen kaum eine Rolle, jedenfalls nicht in gesunder Ernährung

In minderwertigem Futter ist ziemlich viel Getreide enthalten und auch Zucker – das sind Kohlehydrate.
Und das ist schlecht, weil der Katzendarm das kaum bis gar nicht aufnehmen und verwerten kann.
Der Katzenorganismus wird damit nur unnötig belastet.
In so einem Mäusemagen ist zwar Getreide, aber das sind ja wirklich nur winzige Mengen.

Bleibt das Fett. Und das ist prima, auch für Nierenpatienten

Fett gibt Energie, doppelt soviel wie Kohlehydrate. Fett sorgt dafür, dass in einem Stück Fleisch weniger Protein ist!
Fett schmeckt gut. Und es enthält viele essentielle Fettsäuren.
Fett sorgt dafür, dass der Körper nicht an die Muskelmasse herangehen muß.

Also: es wäre sehr gut, wenn eine nierenkranke Katze fettes Fleisch essen würde

Egal, ob gekocht oder roh.
Vielleicht würde sie Hühnerhaut mögen?
Oder doch mal fetten Fisch, wie Makrele probieren?
Oder durchwachsenes Schweinefleisch (dies abgekocht oder gebraten. In etwas Butter?)

Das, was die Nieren kaputt macht, ist das Phosphat

Nun ist in allem Phosphat drin, besonders in Fleisch.
Unterschiedliche Fleischsorten haben aber unterschiedliche Phosphatgehalte, also wäre das schonmal eine Möglichkeit, die Nieren Ihrer Katze zu unterstützen.
Ganz streichen darf man aber auch das Phosphat nicht, weil es ebenfalls extrem wichtige Aufgaben im Organismus hat, z.B. die Knochengesundheit und Energieversorgung in den Zellen!

Es ist ein K(r)ampf….

Klingt alles ganz schön kompliziert.
Aber man kann es sich ja auch ein bißchen einfacher machen, es gibt ja fertige “Nierendiäten”.

Diese fertigen Nierendiäten sind “eine für alle”, also egal, welche Werte vorliegen, wie es dem Tier geht, oder wie sehr die Nieren schon geschädigt sind. Sie sind sicherheitshalber alle für schwer nierenkranke Tiere.
Zu strenge, nicht notwendige Diät kann aber auch schaden! Siehe oben, Phosphat und Protein MÜSSEN im Essen sein.

Zudem mögen viele Katzen die fertige Nierendiät nicht. Um nicht zu sagen: sie hassen sie.
Es gibt sehr viele Katzenbesitzer, die schier daran verzweifeln, dass Ihr Tier die grösste Hilfe, die die Schulmedizin ihrem Tier anzubieten vermag, verweigert.
Die beste Diät kann nicht helfen, wenn einem die Katze dabei lieber verhungert. Abgesehen davon, dass auch schon durch das Hungern die Werte schlechter werden.

Tricksen erlaubt!

Je nachdem, wie weit fortgeschritten die Nierenerkrankung ist, muß man an den Protein- und Phosphatschrauben drehen.

Sind die Werte nur ganz leicht erhöht und der Katze geht es eigentlich noch gut, kann es ausreichend sein, einfach nur ein anderes, normales Futter anzubieten. Natürlich möglichst eines mit hochwertigen Zutaten, kein Billigfutter.
Also auf keinen Fall eines, bei dem Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, oder Zucker oben auf der Zutatenliste steht.

Wenn Ihre Katze mehrere Lieblingsfutter hat, kann man das nehmen, das den niedrigsten Gehalt an Protein und Phosphat hat.
Oder ihr Lieblingsfutter und kleingeschnittenes, fettes Fleisch da hinein geben. Fetter Fisch, wie z.B. Makrele ginge auch.
Thunfisch, den viel Katzen mögen, ist dagegen schlecht, weil er einen viel zu hohen Phosphatgehalt hat.

Ist es doch schon soweit, dass die Nierenwerte Ihrer Katze schlechter sind, wird diese Methode nicht ausreichen.
Dann kann man, je nach Befinden und den Werten, das normale Futter mit Nierendiät mischen, oder vielleicht auch schon mit Phosphatbindern arbeiten müssen.

Auch bei den Phospatbindern gibt es mehrere, gute Möglichkeiten.
Vor vielen Jahren, als ich angefangen habe, gab es eigentlich nur Aluminiumhydroxit. Ganz furchtbar. Nicht nur, dass es -als geringste Nebenwirkung!- heftigste Verstopfung verursachte, es besitzt auch eine Knochen- und Neurotoxität.
Inzwischen ist der Markt an Phosphatbindern sehr angewachsen, auch mit “freundlichen” Mitteln. Nicht nur Pulver, sondern auch Liquid.
Und es gibt welche, die in flüssigem “Päppelfutter” verarbeitet sind, falls die Katze durch die Übelkeit überhaupt nichts mehr essen mag.
Und in verschiedenen Abstufungen, so dass man, wiederum je nachdem, wie es um das Tier steht, eine gute Auswahl hat.

Aber wie immer und wie oben schon gesagt: Man muß sich das Tier und seine Werte genau anschauen. Niemals irgend etwas arzneilich wirkendes (und das tut Phosphatbinder) einfach so oder gar vorsorglich verabreichen.

Ich helfe Ihnen im Rahmen einer Behandlung gerne dabei, für Ihre Katze das richtige Futter zu finden

Keine Krankheit der Welt fällt einfach vom Himmel, es braucht immer einen Auslöser und die passende Disposition.
Dies kann man naturheilkundlich oft sehr gut behandeln. 

Trotz guter Fütterung wird die CNI sonst weiter fortschreiten. Unter Umständen dann auch gefolgt von weiteren Krankheiten.

Deswegen ist es ratsam, dass Ihre Katze zusätzlich auch ganzheitlich behandelt wird.

Wenn die Krankheit noch nicht zu weit fortgeschritten ist, ist es tatsächlich möglich, dass auch eine “unheilbare” chronische Nierenisuffizienz geheilt wird.


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