Häufig gesellen sich zu einer Niereninsuffizienz auch noch Magenbeschwerden: manchmal ist dem Tier erkennbar übel, oft aber sieht man nur ein häufiges Lippenlecken und/oder Schmatzen.

Sind die Beschwerden schlimmer, kommt Erbrechen dazu.
Nach dem Essen, oder vor dem Essen, aus dem Schlaf heraus oder immer mal wieder zwischendurch.

Aber in all diesen Fällen mag der Hund oder die Katze immer nur sehr wenig, oder gar nichts essen.

Besonders für übergewichtige Katzen kann so eine Situation schnell bedrohlich werden: essen sie nicht binnen 24 Stunden wenigstens eine Kleinigkeit, droht eine Hepatische Lipidose, eine Leberverfettung: durch das Hungern will der Körper zwar seine Fettreserven mobilisieren, aber Katzen fehlt ein wichtiges Enzym, das dem Körper seine eigenen Fettreserven zur Energielieferung überhaupt verfügbar macht.
Weil der Fettstoffwechsel der Leber gestört ist, lagern sich die Fette deshalb in den Leberzellen ein und zerstören sie dadurch.

Der Grund, warum diese Magenbeschwerden so sehr häufig bei CNIchen vorkommen, liegt darin, dass der Organismus total übersäuert ist.
Durch das viele Urinieren werden die schützenden Bicarbonat-Ionen aus den Nieren herausgespült, auch die körpereigenen Säuren können nicht mehr richtig herausgefiltert werden. – Eine Azidose entsteht.

Oft leiden die Tiere auch (zusätzlich) unter heftigem Sodbrennen. Die geschädigten Nieren können ein bestimmtes Hormon (Gastrin) nicht mehr so gut ausscheiden und dies verursacht dann eine zu große Produktion von Magensäure.
Das kann auch einer der Gründe für das Zähneknirschen beim Essen sein.
Das Sodbrennen an sich kann man als erste Hilfe relativ einfach lindern, aber das ändert natürlich nichts am Grundproblem. Es ist ja auch nicht Sinn einer Behandlung, nur die Symptome zu mindern, ohne gegen die Grunderkrankung anzugehen.


Ein Problem, das mir allerdings recht häufig begegnet ist, dass man zwar meint, dass das Tier wohl Magenprobleme hat, weil es nicht ißt – es aber in Wirklichkeit (auch) Zahnprobleme hat!

Sehr, sehr oft höre ich dann, dass der Tierarzt doch draufgeschaut hat, die Zähne sähen alle tiptop und gesund aus.
Hier kommt ein extrem wichtiger Hinweis: um zu wissen, wie es den Zähnen wirklich geht, muß unbedingt das Gebiß geröngt werden!!
Die Zahnkronen können alle ganz wunderbar aussehen – und trotzdem können die Wurzeln kaputt sein. Das ist dann die zu Recht gefürchtete FORL.
Leidet Ihr Tier unter FORL, hilft nur nur eine Operation, die kaputten Zähne müssen raus!
Nicht nur, um dem Tier diese furchtbaren Schmerzen zu nehmen, sondern auch, weil FORL seinerseits die Nieren schädigen kann.